Aus dem Arbeiterbezirk in das Kanzleramt

Aus dem Arbeiterbezirk in das Kanzleramt

Diese Geschichte klingt so unglaublich, dass man es kaum für möglich hält, dass sie tatsächlich wahr ist: Innerhalb von 13 Jahren schaffte es der Wiener Sebastian Kurz vom Schüler im Wiener Arbeiterbezirk Meidling zum Kanzler seines Landes und gleichzeitig jüngsten Regierungschef Europas. Der gerade einmal 31 Jahre zählende Kurz sorgte bereits zuvor für Furore, als er im Jahr 2013 mit gerade einmal 26 zum Außenminister der Republik Österreich gekürt wurde. Auf seinem Weg an die Regierungsspitze gelang es ihm überdies, seine etwas eingestaubt wirkende Partei, die ÖVP, von Grund auf zu verändern. Diese ist nun als „Liste Kurz – Die neue Volkspartei“ bekannt.

Nachdem er 2017 zum Parteichef gekürt wurde, gelang Sebastian Kurz gleich bei seiner ersten Wahl der Sprung an die Spitze der österreichischen Parteienlandschaft. Das Ergebnis von 31,5 Prozent bedeutete ein Plus von 7,5 Prozentpunkten für die Konservativen gegenüber dem Resultat 5 Jahre zuvor. Gemeinsam mit der rechten FPÖ konnte schon wenige Wochen nach der Wahl eine stabile Regierung gebildet werden. Vizekanzler wurde der langjährige FPÖ-Chef Heinz Christian Strache, während die wichtigen Kabinettsposten relativ gleichmäßig zwischen den beiden Parteien aufgeteilt wurden. Für viele Menschen stellt sich nun die Frage, warum ausgerechnet ein 31-Jähriger sein Land so stark von sich überzeugen konnte.

Ein wichtiger Grund für den Sieg von Sebastian Kurz ist ohne Zweifel die ganz Europa beherrschende Masseneinwanderung. Als Außenminister hatte sich Kurz früh für eine Sicherung der europäischen Grenzen ausgesprochen und sich selbst die Schließung der sogenannten Balkanroute auf die Fahne geschrieben. Er hat sich damit neben Viktor Orban und der polnischen PiS als einer der schärfsten Kritiker gegenüber Angela Merkels Politik der offenen Grenzen profiliert. Mit dieser Taktik konnte er viele bisherige FPÖ-Wähler für sich gewinnen und dieser wertvolle Stimme abnehmen. Am Ende landete er schließlich tatsächlich vor Straches Partei und wurde zum österreichischen Kanzler.