Die Sache mit dem heiligen Land

Die Sache mit dem heiligen Land

Mit einer mutigen Entscheidung zur Lage im Nahen Osten hat sich US Präsident Donald Trump zuletzt den Zorn vieler seiner Gegner zugezogen: Er verkündete, dass die USA Jerusalem künftig auch offiziell als Hauptstadt Israels anerkennen und die US-Botschaft dorthin verlegen würden. Ein Schritt, der vom amerikanischen Kongress schon lange gefordert worden war, bis dato aber noch von keinem Präsidenten umgesetzt. Während die westeuropäischen Staaten die Entscheidung Trumps ebenso wie die islamische Welt heftig kritisierten, wurde sie in Israel sehr positiv aufgenommen. Auch Tschechien, einige andere Staaten Osteuropas und Mitteleuropas äußerten sich der Verlegung gegenüber nicht abweisend. Auf der anderen Seite forderte die Terror-Organisation Hamas alle Muslime zu Anschlägen gegen Israel auf.

Was aber war an dieser Entscheidung überhaupt so umstritten, dass es weite Teile des Nahen Ostens und Europa in Aufruhr versetzte? Fakt ist, dass Jerusalem schon seit der Staatsgründung Israels 1948 als dessen Hauptstadt dient. Sowohl des Amtssitz des israelischen Premiers als auch das Parlament, die Knesset, befinden sich dort. Nichtsdestotrotz wird die Stadt auch von vielen Palästinensern als Hauptstadt eines künftigen Staates beansprucht. Entsprechend aggressiv waren die Reaktionen aus dem Gazastreifen, dem Westjordanland, aber auch von vielen Palästinensern in der westlichen Welt. Mehrere Terrorattacken auf israelische Zivilisten wurden verübt, wobei sich die Täter auf die Botschaftsentscheidung beriefen.

Stellt sich noch die Frage, warum Jerusalem von mehr als einem Staat beansprucht wird. Die Ursache hierfür liegt auch in der Religion begründet. Wichtige religiöse Stätten aller drei monotheistischen Religionen befinden sich in dieser Stadt. Neben der christlichen Grabeskirche und der jüdischen Klagemauer auch der islamische Felsendom. Viele islamische Führer beanspruchen Jerusalem als „ewig islamisch“. Darunter auch der türkische Präsident Recep Tayip Erdogan. Trotz aller Konflikte blieb es nach der Botschafts-Entscheidung insgesamt relativ ruhig. Gut möglich, dass die Verlegung eines Tages als Beginn einer friedlichen Nahost Konflikt-Lösung angesehen wird.