Der Siegeszug der AfD in Sachsen

Der Siegeszug der AfD in Sachsen

Die Bundestagswahl 2017 ging nicht nur bundesweit mit einigen Überraschungen einher, nein auch regional ging es vielerorts heiß her. Am eindrucksvollsten war dabei vielleicht das Ergebnis in Sachsen: Dort schaffte es die Alternative für Deutschland, kurz AfD, bei ihrem zweiten Antritt zur Wahl des Bundestags direkt auf den ersten Platz. 26,9 Prozent wählten die Rechten und gaben ihnen damit noch vor der CDU den Spitzenplatz im Land. Im Vergleich zum bereits guten Bundes-Ergebnis von 12,6 Prozent eine Zahl, die sich wirklich sehen lassen kann. Warum aber ist die AfD gerade in diesem Bundesland so stark und wo liegen die Unterschiede zu anderen Gebieten.

Um die Frage nach der Beliebtheit der Partei zu beantworten, muss ein Blick auf die „typischen“ AfD-Wähler geworfen werden. Diese sind vor allem in zwei Gesellschaftsgruppen anzutreffen: Den Arbeitern und dem gehobenen Mittelstand. Weniger beliebt ist die Partei dagegen bei Beamten (Ausnahme: Polizisten) und bei Künstlern. Nun ist gerade die Gruppe der Arbeiter in Sachsen besonders stark in der Bevölkerung vertreten. Diese wählte bis dato in der Mehrzahl die Partei Die Linke. Auch einen Mittelstand, der zuvor meist CDU wählte, gibt es in diesem Bundesland. Beide Gruppen waren bei der Wahl der Schlüssel zum Erfolg der AfD. Es gelang ihr, zugleich Menschen mit geringem und gehobenem Einkommen anzusprechen.

Nicht zuletzt waren die Folgen der starken Einwanderung der vergangenen Jahre in Sachsen ganz besonders deutlich zu spüren. Vor der Massen-Migration ab 2015 war der Ausländeranteil im Bundesland sehr gering. Er stieg dann deutlich an und mit ihm die Zahl der Intensiv-Straftäter. Für weite Teile der Bevölkerung eine nicht hinnehmbare Situation. Während die CDU in Form von Angela Merkel exakt diese Art der Einwanderungspolitik verkörpert, hat sich die AfD schon früh stark dagegen ausgesprochen. Weitere Gründe für den Erfolg der Blauen waren wohl die schwere Situation auf dem Arbeitsmarkt und das Gefühl, dass politische Reformen weitestgehend ausbleiben.

In anderen Bundesländern Deutschlands ist die AfD vor allem dort stark, wo entweder der Ausländeranteil besonders hoch ist oder wo die Menschen einen wirtschaftlichen Abstieg befürchten. Zu letzteren Gegenden zählen beispielsweise die beiden reichen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg. Im Vergleich zum Rest Westdeutschlands schnitt die Partei hier überdurchschnittlich an. Trotzdem gelang es der AfD um das Spitzen-Team Gauland und Weidel nur bedingt andernorts ebenso erfolgreich zu sein wie in Sachsen. Etwas enttäuschend war beispielsweise das Berliner Ergebnis, wo die Partei hinter der Landtagswahl im Jahr zuvor zurückblieb. Unabhängig davon ist die Partei schon heute nicht mehr aus der Parteienlandschaft wegzudenken.

Schon bald stehen in Sachsen die nächsten Wahlen an: Diejenigen zum Landtag. Hier wird es sicher interessant zu sehen, ob die CDU ihre langjährige Spitzenposition verteidigen kann. Aktuelle Umfragen sehen die AfD mit rund 10 Prozentpunkten Rückstand in Reichweite der CDU.