Erdogans neue Konkurrentin

Erdogans neue Konkurrentin

Viele Jahre lang wurde die türkische Politik in erster Linie von einer Person dominiert: Recep Tayip Erdogan. Zuletzt war es dem Präsidenten seines Landes gelungen ein neues Präsidialsystem einzuführen. In einer Volksabstimmung setzten sich die Befürworter hierfür in einem knappen Rennen mit rund 52 Prozent der Stimmen durch. Offiziell eingeführt wird das neue System allerdings erst mit den kommenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Jahr 2019. Ob der neue Präsident auch der alte sein wird, ist allerdings bis dato alles andere als gewiss. Ganz im Gegenteil: Mit Meral Aksener hat Erdogan eine starke Konkurrentin für die Präsidentschaft. Aksener, einst bei der MHP aktiv, hat eine neue nationalistische Bewegung gegründet und möchte einen Gegenentwurf zu Erdogans islamischer AKP anbieten. Aktuelle Umfragen sehen sie in einer Stichwahl teilweise nur 5 Prozent hinter Erdogan.

Mehrere Faktoren machen Meral Aksener zu einer echten Konkurrentin für den aktuellen Präsidenten. Zuerst einmal kommt sie aus dem Lager der Nationalisten, in welchem viele Anhänger unzufrieden mit der aktuellen Führung sind. Zum anderen spricht sie auch Wähler an, die bis dato eher der kemalistisch-sozialdemokratischen CHP zugehörig waren. Mit der sogenannten IYI Partei möchte Aksener jetzt nicht nur den Präsidenten-Palast in Ankara, sondern auch das türkische Parlament erobern. In Umfragen steht ihre Partei bei etwa 20 Prozent. Was man allerdings nie vergessen sollte: Erdogan ist in der Türkei sehr beliebt und geht als Favorit ins Rennen.